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Diskusfische in Pflanzenaquarien Teil 1

Diskusfische in Pflanzenaquarien ? Teil 1 Von George und Karla Booth
Es liegt ein gewisser Zauber über Diskusfischen. Vielleicht weil sie den Ruf haben, dass sie sich nur schwer halten lassen und deshalb nur für äußerst erfahrene Aquarianer geeignet sind. Vielleicht aber auch, weil sie etwas Majestätisches an sich haben. Schließlich werden sie oft als Könige des Aquariums bezeichnet. Der Anblick eines Diskuspärchens bei der Brut ist wohl für jeden Aquaristen ein unvergessliches Erlebnis. Und wer jemals in einem Diskus-Buch geblättert hat, muss eingestehen, dass nur wenige Motive so beeindruckend sind, wie ein Schwarm Diskusfische in einem großen Aquarium.

Als begeisterte Pflanzenaquarianer faszinieren uns hübsche und außergewöhnlich Aquarien. Eine große, wohlproportionierte Unterwasserlandschaft kann uns stundenlang fesseln. Takashi Amanos Naturaquarien haben völlig neue Maßstäbe im Bereich Unterwasserlandschaften gesetzt. Viele Pflanzenaquarianer träumen sicher davon, Diskusfische mit lebendigen Pflanzen zu kombinieren, und diese Träume hat Amano schon häufig in die Tat umgesetzt. So enthalten einige seiner eindrucksvollsten Unterwasserlandschaften Diskusfische. Und wer den Aquariumwettbewerb der Aquatic Gardeners Association (AGA) verfolgt, wird ebenfalls bemerkt haben, dass ein Großteil der Teilnehmer Pflanzen mit Diskusfischen kombiniert.

Die Haltung von Diskusfischen in Pflanzenaquarien ist tatsächlich gar nicht so schwierig, wie man befürchten könnte. Andererseits empfiehlt sie sich auch nicht für völlige Anfänger. Wir halten seit 15 Jahren Diskusfische in Pflanzenaquarien, und dieser Artikel gründet sich auf unsere Erfahrungen, die Ihnen hoffentlich Anregungen und konkrete Informationen darüber geben, wie Sie selbst ein gelungenes und spektakuläres Pflanzenaquariums mit Diskusfischen anlegen und unterhalten können.

Vor- und Nachteile
Die Haltung von Diskus in einem Pflanzenaquarium bietet mehrere Vorteile. Der offensichtlichste ist natürlich der beachtliche dekorative Wert, der darin liegt, die Schönheit der Pflanzen und Diskusfische zu kombinieren. Diskusfische sind anmutig und schwimmen normalerweise langsam umher, was sehr gut zu hübschen, sich in der Strömung wiegenden Pflanzen passt. Ihre Farben, insbesondere die türkisen Varianten, passen perfekt zu den Grün- und Rottönen der Pflanzen. Und schließlich ist es ja für uns ältere Aquarianer auch recht angenehm, dass die Fische so groß sind, dass man sie vom Sofa aus sehen kann. Als etwas ernsthaftere Anmerkung sei auch erwähnt, dass die Pflanzen bekanntlich ein effektiver chemischer Filter sind, was für ein Diskusaquarium von sehr wesentlicher Bedeutung ist. Diskusfische sind gewöhnlich recht empfindliche und schwierige Fische, so dass man für einen besonders hohen Standard im Aquarium sorgen muss. Ein große Sammlung gut gewachsener Pflanzen ist eine sehr effektive Waffe gegen bekannte Diskus-Erkrankungen wie z.B. die Lochkrankheit.

Die Pflanzen bieten den Diskusfischen auch gute und natürliche Versteckmöglichkeiten. Die Fische sind oft scheu und reagieren heftig auf Aktivitäten außerhalb des Aquariums. In diesem Zusammenhang sind Pflanzen als Verstecke für Diskusfische sogar vorzuziehen, da die Fische sich an herkömmlichen Aquariumdekorationen wie Holzwurzeln oder Felsstücken leicht verletzen können. Wenn man seinen Diskusfischen auf diese Weise eine stressfreie Umgebung bieten kann, erhält man letztendlich auch wesentlich gesündere Fische. Breitblättrige Pflanzen bieten laichenden Paaren perfekte Laichplätze. Die meisten Züchter bevorzugen nach wie vor einen Kegel oder eine Platte, doch unsere Diskus haben oft auf Blättern von Anubias oder Echinodorus gelaicht. Pflanzenblätter sind ein gutes Laichsubstrat im Gesellschaftsaquarium, da die anderen Blätter effektiv das laichende Pärchen und seine Eier vor anderen Fischen abschirmen � allerdings leider auch vor neugierigen Aquarianern.

Pflanzenaquarium einzubringen. Der Diskus ist ein Warmwasserfisch, der oft bei 30-32 ºC gehalten wird. Wir haben unsere Diskusfische immer bei 32 ºC gehalten, und dies begrenzt die Auswahl an Pflanzen, die man zusammen mit den Fischen halten kann (siehe unten). In allen Diskus-Büchern wird eine überaus gute Fütterung der Diskusfische empfohlen, um ihr Wachstum zu fördern und sie zur Züchtung in Spitzenform zu bringen. Einige Züchter bieten den Fischen bis zu fünf Mahlzeiten pro Tag, die typisch aus einer proteinreichen Rinderherzmischung als Hauptbestandteil bestehen. Sie lassen die Fische so viel Futter zu sich nehmen, wie sie können, und saugen anschließend die Reste auf, damit keine Wasserprobleme entstehen. Außerdem führen sie häufig einen Teilwasserwechsel durch, damit sich kein Nitrat aufkonzentriert. Wer schon einmal versucht hat, ein dicht bepflanztes Pflanzenaquarium zu pflegen, weiß, wie schwierig es ist, Futterreste zu entfernen und häufige Wasserwechsel durchzuführen.

Deshalb muss man bei Pflanzenaquarien mit Diskusfischen einige Kompromisse eingehen. Wir füttern z.B. einmal täglich mit einem Qualitätsfutter und führen alle 14 Tage einen größeren Wasserwechsel durch. Mit dieser Routine halten wir den Nitratwert recht gering (unter 15 mg/l), doch dafür werden die Fische auch nicht so groß, wie dies eigentlich möglich wäre. Unsere Fische werden höchstens 18-20 cm im Gegensatz zu den 25-30 cm, die wir bei einigen Züchtern gesehen haben. Die kleineren Fische passen im übrigen auch besser zu unseren 350-Liter-Aquarien, so dass wir dies eigentlich nicht als Problem betrachten. Obwohl wir uns nicht aktiv um eine Zucht bemühen, laichen die Fische häufig, was darauf hindeutet, dass die etwas restriktivere Fütterung das Brutverhalten nicht zu beeinträchtigen scheint.

Schließlich sollte man für das Diskusaquarium Pflanzen aussuchen, die nicht allzu häufig beschnitten werden müssen. Viele Diskusfische sind wie gesagt sehr scheu, und je weniger man im Aquarium arbeiten muss, desto schöner bleiben die Fische. Selbst die tolerantesten Diskusfische drehen ab und zu völlig durch und können sich leicht an Holzwurzeln oder der technischen Ausstattung im Aquarium verletzen.
Es lebe der Unterschied
Viele Vereine für Pflanzenaquarianer empfehlen diverse Methoden zur Erhaltung optimaler Aquariumbedingungen. Bei einigen dieser Methoden muss man allerdings auf Kompromiss gehen, wenn man ein Pflanzenaquarium mit Diskusfischen halten möchte. Eine der gewöhnlichsten Methoden zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums ist die Anwendung von Lichtquellen mit einem sehr hohen Lichtniveau. Eine Faustregel lautet hier in Nordamerika für gewöhnlich, ca. 1 Watt pro Liter als Ausgangspunkt zu verwenden. Viele Aquarianer glauben leider, dass sie dementsprechend noch bessere Ergebnisse erzielen können, wenn sie in Quecksilberlampen oder Metallhalogenlampen investieren, die bis zu 2 Watt pro Liter erzeugen können. Doch viele Pflanzen benötigen gar nicht so hohe Lichtniveaus, und derart viel Licht kann Diskusfische so verängstigen, dass sie sich die meiste Zeit versteckt halten.

Wir verwenden mit großem Erfolg etwa 0,50 bis 0,75 Watt pro Liter in unseren Pflanzenaquarien. Die meisten Aquarianer wissen ja auch, dass die Art der Lichtquelle an sich einen großen Einfluss darauf hat, wie viel Licht man bei einer bestimmten Wattzahl erhält. Wir verwenden Energiesparröhren, die etwa 15.000 Lux an der Wasseroberfläche geben. Diese Lichtintensität ermöglicht ein sehr gutes Pflanzenwachstum, ohne sie dass die Diskusfische zu stören scheint. Die Art der Lichtquelle ist jedoch anscheinend außerordentlich wichtig. Bei unseren ersten Diskusaquarien verwendeten wir einige Metallhalogen-Pendellampen, die über dem Aquarium hingen. Diese Lampen geben ein sehr punktförmiges Licht, das aufgrund der Wasserbewegung, die an der Wasseroberfläche immer vorhanden ist, kleine tanzende Schatten im Aquarium wirft. Die Diskusfische in diesen Aquarien waren eindeutig scheuer als die in Aquarien, bei denen wir eine gewöhnliche Leuchtstoffröhre verwendeten. Wir wissen natürlich nicht, ob es an den Schatten, der hohen Lichtintensität oder einem Zusammentreffen mehrer Umstände lag, dass diese Fische scheuer waren, doch die Lichtintensität an der Wasseroberfläche betrug in diesen Aquarien auch etwa 15.000 Lux.

Eine weitere Methode, die Pflanzenaquarianer oft anwenden, besteht darin, Fäkalien und Pflanzenreste auf dem Aquarienboden liegen und vermodern zu lassen, so dass die Nährsalze wiederverwertet werden können. Diese Praxis empfiehlt sich nicht für Pflanzenaquarien mit Diskusfischen, da dies oft zu einer Erhöhung des Nitratwerts führt. Dies kann für Diskusfische problematisch sein, da sie eine �sauberere� Umgebung benötigen als weniger anspruchsvolle Fische. Wir empfehlen deshalb, organische Teilchen beim Wasserwechsel zu entfernen, so dass der Detritus im Aquarium auf einem absoluten Minimum gehalten wird.

Alle Pflanzenaquarianer wissen auch, dass eine gemäßigte Wasserbewegung im Aquarium das Pflanzenwachstum stimuliert. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass Pflanzen nicht im Aquarium nach Nahrung umherjagen können und deshalb darauf angewiesen sind, dass anhand der Wasserbewegung Nährstoffe zugeführt und Abfallprodukte abgeführt werden. Eine gute Zirkulation im Aquarium sorgt auch dafür, die Grenzschicht an stillstehendem Wasser an der Blattoberfläche zu reduzieren, was eine schnellere und effektivere CO2-Aufnahme gewährleistet. Auch wenn es schwierig sein kann, natürliche Wasserbewegungen in kleinen Gewässern zu simulieren, so versuchen viele Aquaristen trotzdem, mehrere Umlaufpumpen im ganzen Aquarium verteilt anzubringen. Doch starke Strömungen sind in einem Diskusaquarium nicht empfehlenswert. Diskusfische schwimmen langsam und bieten wegen ihrer Körpergröße der Strömung eine große Angriffsfläche. Deshalb müssen sie in schnell strömendem Wasser viel Energie darauf aufwenden, ihre Position im Aquarium zu behalten. Diskusfische fressen auch langsam und können nur schwer Nahrung fangen, die in der reißenden Strömung schnell an ihnen vorbeischwimmt.

Das heißt jedoch nicht, dass das Wasser in Diskusaquarien völlig still stehen muss. Und auch Bereiche mit starker Strömung sind in Ordnung, so lange es auch Bereiche gibt, in denen die Diskusfische vor der Strömung geschützt sind. Hier sind Pflanzen mit großen Blättern wie z.B. Echinodorus ideal, da sie als Schutz vor der Strömung und gleichzeitig als Sichtschutz dienen können. Viele Pflanzenaquarianer haben das Ziel, eine sehr dichte Bepflanzung zu schaffen. Sie sind erst dann zufrieden, wenn jeder einzelne Quadratzentimeter des Bodengrundes bepflanzt ist, und den Anblick von bloßem Substrat finden sie schlichtweg unästhetisch. Doch solche Aquarien sind aus zwei Gründen nicht besonders gut als Diskusaquarien geeignet. Der eine Grund ist, dass Diskusfische gerne ihre Nahrung vom Boden aufsammeln. Wenn der ganze Boden mit Pflanzen bedeckt ist, ist dies jedoch nicht möglich und die Wasserqualität wird durch Futterreste beeinträchtigt. Der zweite Grund ist der, dass Diskusfische groß sind und somit viel Platz zum Umherschwimmen brauchen. Und um einen dritten Grund hinzuzufügen: wenn das Becken dicht bepflanzt ist, kann man die Fische nicht mehr sehen, und damit wäre der ganze Aufwand ja umsonst gewesen! Der letzte Aspekt, den man gründlich überlegen sollte, ist die Auswahl anderer Fische im Diskusaquarium, insbesondere die Wahl von Algenfressern. Algenfresser sind wichtig in einem Pflanzenaquarium, doch sie sollten sorgfältig ausgewählt werden. Diskusfische sind große und langsam schwimmende Fische, die leider auch eine dicke und wohlschmeckende Schleimschicht haben. Dadurch sind sie ein attraktives Ziel für alle algenvertilgenden Fische mit Saugmaul, und man sollte deshalb die aggressiven Arten wie z.B. die Siamesische Saugschmerle (Gyrinocheilus aymonieri) unbedingt vermeiden.

Doch auch bei harmloseren Typen von algenfressenden Fischen sollte man aufpassen. Der Otocinclus ist z.B. normalerweise ein völlig harmloser und friedlicher Algenfresser, der fast überall im Fachhandel erhältlich ist. Es gibt jedoch zahlreiche Arten von Otocinclus, und man hat schon sehr viel Glück, wenn der Händler alle Arten genau kennt. Wir hatten nur einmal Pech. Eine Gruppe Otocinclus erwies sich als überaus angriffslustig und hängte sich mit größtem Vergnügen an unsere Diskusfische, wo sie einen deutlichen weißen Bereich hinterließen, wenn es den Diskusfischen endlich gelang, sie abzuschütteln. Ebenso haben wir Probleme mit Farlowella acus gehabt - auch sie fanden unsere Diskusfische sehr anziehend. Sie sind jedoch keine guten Schwimmer, und unsere Diskusfische konnten ihnen leicht entkommen. Die äußerst beliebte siamesische Rüsselbarbe (Crossocheilus siamensis) ist sehr nützlich in Pflanzenaquarien, kann aber potentiell Probleme schaffen, wenn man sie zusammen mit Diskusfischen hält. Da siamesische Rüsselbarben schnell schwimmen und fressen, können Diskusfische bei der Fütterung unter Umständen zu kurz kommen. Wir haben jedoch siamesische Rüsselbarben immer ohne Probleme zusammen mit unseren Diskusfischen halten können. Sie nehmen sich zwar die Nahrung, die vor ihnen herunterschwebt, doch selbst ausgewachsene Exemplare fressen nicht allzu viel, so dass immer noch reichlich Futter für unsere Diskusfische übrig bleibt.

Bevor man andere Fische für sein Pflanzenaquarium mit Diskusfischen auswählt, sind jedoch weitere Überlegungen angeraten. Man sollte sowohl schnell schwimmende als auch schnell fressende Fische vermeiden. Einer der besten Komplementärfische für den Diskus ist ein großer Schwarm rote Neons (Paracheirodon axelrodi). Eine gute Strategie besteht darin, die Neons bei den Diskusfischen einzuführen, während die Diskusfische noch klein sind, und sie gemeinsam wachsen zu lassen. Ansonsten riskiert man, dass die kleinen Neons, die man für gewöhnlich in den Geschäften kaufen kann, bloß eine teure Mahlzeit für einen ausgewachsenen Diskus sind. Ein weiterer Fisch, der sich gut zusammen mit Diskusfischen halten lässt, ist ein Schwarm Panzerwelse (Corydoras). Fische, die ihre Nahrung auf dem Boden suchen, helfen zu vermeiden, dass übrig gebliebenes Futter ein Problem wird � und Panzerwelse sind in diesem Zusammenhang allseits beliebt. Da sie am besten in kleinen Schwärmen gedeihen, sollte man sich 6-8 Stück von einer der kleineren Arten wie z.B. Corydoras trilineatus anschaffen, so dass sie effektiv �aufräumen� können. Eine Fischart, die unbedingt vermieden werden sollte, sind gewöhnliche Skalare (Pterophyllum scalare). Sie sind leider dafür bekannt, Parasiten zu beherbergen, die für sie selbst völlig harmlos sind, aber für andere Fische wie Diskus fatal sein können. Außerdem sind sie wie die meisten anderen Cichliden schnell fressende Fische.


Dies ist eine Übersetzung des Artikels "Success with planted discus aquaria", der in der Herbstausgabe 2001 von Planted Aquaria Magazine erschienen ist.



 

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